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Fernreisen - gesund und sicher reisen


Tropische Strände, Tauchparadiese an asiatischen Küsten, eine unvergessliche Safari in Afrika oder eine erlebnisreiche Expdition in Südamerika... Traumreisen sind für viele kein unerfüllbarer Traum sondern ein regelmäßiges Ferienerlebnis.

Eine gute Reisevorbereitung ist immer wichtig, um gesund und sicher zu reisen. Gefahren für Ihre Gesundheit begegnen Ihnen nicht nur auf Fernreisen. Auch der Kurztripp ans Mittelmeer oder der Wanderurlaub im Bayerischen Wald kann ein Risiko für eine Reiseerkrankung sein.

Wir wollen Sie hier über häufige Reisekrankheiten informieren. In verständlicher Form fassen wir zusammen, wie die entsprechende Erkrankung erworben wird, wie sie erfolgt und - vor allem wichtig - wie man sich davor schützen kann.

Wir wollen Sie aber keineswegs mit diesen Informationen allein lassen. Fragen Sie uns rechtzeitig, bevor Sie eine Fernreise antreten, wir beraten Sie über Ihr individuelles Risiko und helfen Ihnen und Ihrem Hausarzt bei der Zusammenstellung der notwendigen Impfungen und Prophylaktika.

Lexikon der Reiseerkrankungen

Cholera

Cholera ist eine schwere Darmerkrankung, die oft in Asien, Afrika und in Süd- und Mittelamerika auftritt.

Cholera-Epidemien treten immer dort auf, wo die hygienische Trinkwasserversorgung zusammenbricht. Dies ist in tropischen Ländern während der Regenzeit oft der Fall. In Europa und in den USA tritt die Infektion gelegentlich auch auf, dort aber aufgrund der hygienischen Trinkwasserversorgung nicht als Massenerkrankung.

Die Erkrankung beginnt mit breiigen Durchfällen oder mit Brechdurchfall. Die Durchfälle werden bald so heftig, dass pro Tag bis zu 20 Liter Flüssigkeit verloren gehen können. Dies führt zu einem starken Mineralstoff- und Wasserverlust. Mit Kreislaufschock und Nierenversagen kann die Krankheit tödlich enden. Ein wirksamer Schutz gegen Cholera ist in erster Linie eine konsequente Lebensmittelhygiene: "Cook it, boil it or forget it!" Auch das Trinkwasser (Zähneputzen!) muss im jeden Fall keimfrei gemacht werden.

Die Cholera-Impfung als zweimalige Injektion schützt allerdings nur bis zu 80%. Einige Länder verlangen bei der Einreise eine gültige Impfbescheinigung. Die Impfvorschriften ändern sich oft kurzfristig. Wir können Ihnen jederzeit aktuelle Auskunft erteilen.


Dengue-Fieber

Diese Viruserkrankung mit grippeähnlichem Verlauf wird von den gleichen Stechmücken wie Gelbfieber, den Aedes-Mücken, übertragen und kommt hauptsächlich in Westafrika, in der Karibik, im Pazifik, in Südamerika und in Asien vor. Aufgrund der großen Mückenanzahl in der Regenzeit ist das Risiko, an dem Fieber zu erkranken, in diesen Monaten stark erhöht. Das normale Dengue-Fieber verläuft harmlos, und man ist nach einer Infektion sein ganzes Leben lang geschützt (immun). Daneben gibt es aber noch eine gefährliche Variante: das "Hämorrhagische Dengue-Fieber". Diese unter Umständen bei Nichtbehandlung tödlich verlaufende Krankheit kommt allerdings nur zum Ausbruch, wenn man bereits in einem früheren Urlaub von einer Virus übertragenden Mücke gestochen wurde. Gegebenenfalls hat man dabei gar kein Krankheitsgefühl entwickelt. Bei einer wiederholten Infektion können schwere Blutungen der Gefäße auftreten sowie Verwirrtheitszustände.

Diese Tropenkrankheit breitet sich immer weiter aus. Pro Jahr werden mehrere Millionen Erkrankungen gezählt. Die Aedes-Mücken verbreiten sich weltweit sehr stark. Sie benötigen zum Brüten nur kleinste Wasserreservoirs. Zudem wird das Virus - im Gegensatz zur Malaria - auch an die Nachkommen der Mücken weitergegeben. Da diese Mücken am Tage stechen, kann man sich durch einen geeigneten Insektenschutz entsprechend schützen. Außerdem sollte man seine Wasservorräte immer abdecken; dies gilt auch für eine offene Getränkedose.

Eine Impfung gegen das Dengue-Fieber gibt es bis jetzt noch nicht. Wir geben Ihnen Auskunft darüber, ob in Ihrem jetzigen Urlaubsziel oder in einem von Ihnen zu einem früheren Zeitpunkt bereisten Reiseland das Dengue-Fieber in der hämorrhagischen Form vorkommt.


Diphtherie

Die Erreger der Diphtherie sind Bakterien, die sich auf Schleimhäuten (Mund-, Rachen- und Nasenschleimhaut, Bindehaut der Augen) und Wunden festsetzen. Dort bilden sie Giftstoffe, so genannte Toxine, die eine schwere Erkrankung verursachen. Diphtherie wird vor allem durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen(Rachendiphterie), aber auch durch Staub und Schmutz als Wundinfektion.

Neben einer Entzündung von Rachen und Mandeln oder Wunden verursachen die Diphtherie-Toxine Organschädigungen am Herzmuskel, an Nieren und Leber. Eine Lähmung der Atemwege oder des Herzmuskels kann schließlich zum Tode führen.

Die Erreger der Diphtherie sind weltweit verbreitet. Früher gab es viele Todesfälle durch Diphtherie. Mit Einführung einer Impfung wurde ein starker Rückgang der Krankheit verzeichnet. In Osteuropa gibt es jedoch noch häufig Fälle von Rachendiphtherie.

Nach einer kompletten Grundimpfung sollte der Impfschutz alle 10 Jahre aufgefrischt werden. Es gibt auch einen Kombinationsimpfstoff, mit dem man gleichzeitig den Tetanusimpfschutz auffrischen kann.

Um die Erreger der Diphtherie eines Tages ausrotten zu können, sollte jeder vollständig geimpft sein! Auch wenn die letzte Impfung schon mehr als zehn Jahre, gegebenenfalls 20 oder 30 Jahre, zurückliegt, reicht eine einzige Auffrischung aus, um wieder einen vollständigen Impfschutz zu erreichen.


FSME

Die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) wird durch ein Virus verursacht, das mit dem Speichel einer Blut saugenden Zecke durch einen Biss übertragen wird. Obwohl das Risiko des Bisses einer infizierten Zecke relativ gering erscheint, muss die Möglichkeit an FSME zu erkranken jedoch wegen möglicher Dauerschäden und des eventuell tödlichen Verlaufs der Krankheit ernst genommen werden.

Es ist wichtig, die Zecke sofort zu entfernen, um das Risiko einer Erkrankung zu mindern. Dabei versucht man, den Parasiten mit Hilfe einer Zeckenzange, den Fingernägeln oder einer Pinzette so nah wie möglich an der Haut zu greifen und langsam mit drehenden Bewegungen nach oben wegzuziehen. Die Stichstelle kann man danach desinfizieren. Die Infektion äußert sich anfänglich mit grippeähnlichen Symptomen, wie Kopfschmerzen, Fieber, Magen-Darm-Problemen. Nach einem ca. siebentätigen beschwerdefreien Zeitraum kann es zu einem erneuten Fieberanstieg mit Entzündung des zentralen Nervensystems kommen. Verlaufsformen und Schweregrad der FSME sind unterschiedlich. Bei ca. 10 % dieser Patienten kommt es zu bleibenden Folgeschäden, wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Lähmungserscheinungen. 1 bis 2% der Schwerkranken sterben. Zecken leben vorwiegend im Unterholz der zentraleuropäischen Wälder. Sie sind vor allem im Frühjahr und Frühsommer aktiv.

In den gefährdeten Gebieten besteht daher grundsätzlich in den Wäldern Infektionsgefahr, soweit man sich nicht ausreichend durch Kleidung schützt, z. B. bei Waldwanderungen, besonders abseits breiter Wege, bei naturnahem Camping und auf der Jagd. Gefährdet sind auch alle, die in den betroffenen Gebieten forst- und landwirtschaftliche Berufe ausüben.

Eine dreiteilige Impfung schützt für 10 Jahre vor der FSME-Infektion.

Weit häufiger als das FSME-Virus übertragen Zecken die Erreger der Lyme-Borreliose, einer Infektion, deren Stadien unterschiedliche Schweregrade erreichen können. Behandelt wird die Borreliose mit Antibiotika. Gegen diese Erkrankung gibt es noch keinen Impfschutz. Die Verbreitung der Borreliose ist nicht auf den europäischen Kontinent beschränkt, sondern tritt auch in Nordamerika, Afrika und Australien auf. Ca. 20% der Zecken in der Schweiz, Frankreich und in Süddeutschland sind Träger der Borrelien-Bakterien.


Gelbfieber

Gelbfieber ist eine Viruserkrankung in Afrika, Mittel- und Südamerika, die durch Stechmücken übertragen wird. Der Krankheitsverlauf ist unterschiedlich schwer. Anfänglich treten Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Nasenbluten auf. Nach 1-2 fieberfreien Tagen kommt es zum erneuten Fieberanstieg mit beginnendem Organbefall, bis hin zu schweren Leber- und Nierenschäden und Auftreten spontaner, schwer stillbarer Blutungen. Das Nervensystem kann ebenfalls betroffen sein. Die Krankheit führt häufig zum Tod.

Die Gelbfieberimpfung ist sehr gut verträglich und bietet einen zehnjährigen Schutz. Einige Länder verlangen eine gültige Impfbescheinigung zur Einreise. Wegen des besonderen Umgangs mit dem Impfstoff dürfen nur zugelassene Impfstellen die Gelbfieberimpfung durchführen. Wir nennen Ihnen die nächstgelegene Impfstelle.

Hier finden Sie Gelbfieber-Impfstellen


Grippe

Die echte Virusgrippe wir durch Influenza-Viren übertragen. Sie ist als schwere Erkrankung nicht zu unterschätzen und darf nicht verwechselt werden mit dem grippalen Infekt, den fast jeder von uns alljährlich vor allem in den Wintermonaten bekommt.

Das Krankheitsbild der Grippe ist wesentlich schwerer: Hohes Fieber, Neigung zum Kollaps, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Schweißausbrüche, Magen-Darm-Beschwerden und Atemwegsentzündungen. Schwäche und Müdigkeit können unter Umständen wochenlang anhalten. Bei einer unkompliziert verlaufenden Grippe ist der Erkrankte nach ca. vier bis sechs Tagen wieder fieberfrei. Aber durch die Zellschädigung, die die Viren in den Atemwegen verursachen, kommt es dort zur Schwächung des Abwehrvermögens. Das kann zu Infektionen durch Pilze und Bakterien führen: Besonders gefürchtet und häufigste Todesursache sind die dadurch bedingten Lungenentzündungen. Aber auch Kehlkopf-, Mandel- und Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitis oder Mittelohrentzündungen können die Folge sein. Ebenso kann das Herz betroffen sein mit Rhythmusstörungen, Herzmuskelentzündung oder Verlangsamung des Herzschlages und Blutdrucksenkung. Selten gibt es Komplikationen des Nervensystems.

Die Ansteckung erfolgt durch Kontakt von Mensch zu Mensch (Tröpfcheninfektion). Besonders gefährdet sind Personen mit chronischen Atemwegs-, Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Personen mit Immunerkrankungen und generell ältere Menschen über sechzig Jahre, sowie Personen mit häufigen Menschenkontakten (Heil- und Pflegeberufe, Verkaufspersonal oder Beschäftigte im öffentlichen Dienst sowie in großen Firmen). Diese betroffenen Personengruppen sollten sich jährlich durch eine einmalige aktive Impfung schützen lassen.

Für Fernreisen gilt, dass in tropischen Ländern das Risiko, an einer Virusgrippe zu erkranken, viel größer ist, als bei uns in Mitteleuropa. Vor allem ältere Menschen sollten sich deshalb gerade vor einer geplanten Fernreise impfen lassen, soweit dies noch nicht geschehen ist.

Der Impfschutz sollte vor Beginn der Erkältungssaison jährlich aufgefrischt werden. Da sich die Influenza-Viren ständig verändern, wird auch jährlich ein neuer aktueller Impfstoff herausgegeben.


Hepatitis A

Hepatitis A ist eine Virusinfektion der Leber, beginnend mit Fieber, Grippegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach wenigen Tagen kommt es zu einer Gelbfärbung der Haut, Fieberanstieg, Lebervergrößerung und Magen-Darm-Beschwerden. Bei kleinen Kindern unter fünf Jahren ist der Verlauf normalerweise harmlos und die durchgemachte Krankheit bringt einen lebenslangen Schutz. Bei Erwachsenen sind Komplikationen und ein langer Verlauf möglich. In Deutschland gibt es ca. 25.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Die Hepatitis A hat sich in Mitteleuropa zur eigentlichen Reisekrankheit entwickelt. Die Übertragung erfolgt durch virusverseuchte Lebensmittel, z.B. Muscheln, Salat, ungeschältes Obst oder Wasser (Eiswürfel in Getränken!). Zwanzig von tausend Rucksacktouristen erkranken an Hepatitis A, aber auch bei einem Hotelaufenthalt ist man vor dieser Infektion nicht sicher.

Bei der aktiven Hepatitis A-Impfung werden dem Organismus inaktivierte Viren gegeben. Innerhalb von 14 Tagen bildet er selbst (=aktiv) Antikörper und so genannte Gedächtniszellen aus. Bereits jetzt ist ein Schutz von 98% erreicht. Nach einem halben bis ganzen Jahr erfolgt eine zweite Impfung, die dann einen Schutz für 10 Jahre bietet.

Inzwischen sind auch kombinierte aktive Hepatitis A- und B-Impfstoffe im Handel. Für einen kompletten Schutz benötigt man mit dem Kombinationsimpfstoff drei Impfungen.


Hepatitis B

Das Krankheitsbild der Hepatitis B entspricht weitestgehend dem der Hepatitis A, jedoch kann die Hepatitis B bei ca. 10 % der Infizierten in einen chronischen Verlauf mit Komplikationen übergehen. In 25% der Fälle bleibt ein bleibender Leberschaden zurück. 1 bis 5% der chronischen Hepatitis-Patienten sterben.

Hepatitis B-Viren werden vorwiegend über Blut, Speichel und Samenflüssigkeit übertragen. Eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht somit bei Berufstätigen im Gesundheitswesen, Dialysepatienten und deren Familienmitgliedern und anderen Kontaktpersonen von chronischen Hepatitis B-Patienten, Personen mit häufig wechselnden Intimpartnern, Drogenabhängigen und Personen, die sich tätowieren und piercen lassen. Auch beim Ohrlochstechen besteht eine Gefahr bei nicht einwandfreier Hygiene der Stechpistole, ebenso bei Akupunktur.

Für Reisende ist die Gefahr einer Hepatitis B-Infektion normalerweise nicht von so großer Bedeutung, es sei denn, man reist in Länder mit einer hohen Durchseuchung. Durch eine dort eventuell notwendige medizinische oder zahnmedizinische Behandlung, durch Erste Hilfe oder durch Intimkontakt mit Einheimischen wird die Gefahr einer Ansteckung dann groß. Denken Sie daran, in Ihre Reiseapotheke sterile Spritzen und Kanülen mitzunehmen! Ebenso gefährdet sind Missionare, Betreuer und medizinisches Personal in den betroffenen Ländern. Die Hepatitis B- Schutzimpfung wird von der Ständigen Impfkommission inzwischen für alle Säuglinge ab dem 3. Lebensmonat und für ungeimpfte Jugendliche im 11. bis 15. Lebensjahr empfohlen.

Die Grundimpfung besteht aus drei Impfungen. Es gibt für Kinder und Erwachsene auch Kombinationsimpfstoffe für Hepatitis A und B. Auch diese Impfung besteht aus drei Einzelimpfungen.


Japan-Encephalitis

Diese Infektion, auch Japan B-Encephalitis genannt, wird von Moskitos übertragen und beginnt mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Erbrechen. Verwirrtheitszustände, Lähmungserscheinungen und Bewusstlosigkeit können im weiteren Verlauf der Erkrankung auftreten.

Schwere Hirnhautentzündungen führen zu Dauerschäden. Es erkrankt jedoch nur ca. jeder 200. Infizierte. Davon sterben im Durchschnitt aber bis zu einem Viertel. Die Sterblichkeit beträgt bei älteren Erwachsenen ca. 50% und bei Kindern ca. 20%. Nur etwa ein Drittel übersteht die Krankheit ohne dauerhafte Schäden. Die Krankheit kommt vor allem in Japan vor, ist jedoch im ganzen Fernen Osten bekannt. Vor allem in ländlichen Gebieten in Südostasien tritt diese Infektion auf. Gegen diese Krankheit kann man sich durch Impfung schützen. In vielen der betroffenen Länder gehört diese Impfung zu den Standard-Impfungen, in Deutschland jedoch nicht, und es gibt bei uns auch keinen Impfstoff. Dieser muss aus Japan importiert werden. "Normaltouristen" und Geschäftsreisende sind von dieser Erkrankung weniger betroffen.

Langzeitreisende (vor allem ältere Personen) in Reisanbaugebieten sollten diese Impfung jedoch in Betracht ziehen. Die Impfung besteht aus zwei Injektionen, die in 14-tägigem Abstand gespritzt werden. Laut WHO bietet eine dreiteilige Impfung einen noch besseren Schutz. Natürlich ist auch an einen guten Insektenschutz zu denken!


Kinderlähmung (Poliomyelitis)

Kinderlähmung tritt weltweit auf. Es gibt auch heute noch Länder mit einer hohen Durchseuchung, z. B. im Mittelmeerraum. Die Übertragung erfolgt durch Schmierinfektionen bei mangelhafter Toilettenhygiene. Nach anfänglich grippeähnlichem Verlauf mit Kopf- und Gliederschmerzen, Rachenbeschwerden und Fieber kommt es nach einer fieber- und symptomfreien Phase zu schwerwiegenden Erkrankungen: Die Viren gelangen über den Darm ins Blut und in das Nervensystem. Dies führt zu Lähmungserscheinungen, vornehmlich in den Beinen. Endet die Erkrankung nicht tödlich, bleiben die Lähmungen doch meist bestehen. Eine Therapie ist noch nicht möglich.

Gegen Poliomyelitis schützt eine Impfung. Da das Virus noch nicht ausgerottet ist und jederzeit nach Deutschland eingeschleppt werden kann, ist ein Impfschutz für alle Kinder und Erwachsene unabdingbar, nicht nur für eine anstehende Reise. Nach vollständiger Grundimpfung wird der Impfschutz alle 10 Jahre durch eine einzige Impfung aufgefrischt.


Malaria

Malaria ist eine der bedeutsamsten Infektionskrankheiten überhaupt. 2,5% der Westafrika-Urlauber, die keine Prophylaxe betrieben haben, erkrankten 1995 an Malaria. Vor allem Kinder unter 14 Jahren sind gefährdet und sterben eher an dieser Erkrankung als Erwachsene. In Deutschland werden jährlich über 1000 Fälle registriert (davon ¾ an der gefährlichen Malaria tropica), von denen wiederum ca. 20 sterben.

Übertragen werden die Malariaerreger (Plasmodien) durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke. Die Mücke ist vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Es gibt verschiedene Plasmodienarten. Malaria tertiana wird durch Plasmodium vivax (bzw. Plasmodium ovale), Malaria quartana durch Plasmodium malariae hervorgerufen. Überträger der besonders gefährlichen Malaria tropica ist Plasmodium falciparum. Die Malaria tropica findet die weiteste Verbreitung und kommt in vielen beliebten Fernreisezielen vor. 95% aller Todesfälle durch Malaria sind durch Malaria tropica verursacht.

Die Entwicklung der Malaria-Erkrankung im menschlichen Organismus ist recht kompliziert. Für interessierte Leser soll hier dennoch eine kurz gefasste Erläuterung gegeben werden:

Eine weibliche Anopheles-Mücke kann sich durch Blutsaugen an einem Malaria-Kranken mit dem Malariaerreger infizieren. Die Parasiten vermehren sich dann in der Mücke geschlechtlich. Durch einen erneuten Stich einer infizierten Anopheles-Mücke gelangen die Plasmodien dann in einen anderen menschlichen Organismus und wandern auf dem Blutweg in die Leber, wo sie zu sog. Gewebsschizonten heranreifen und sich ungeschlechtlich vermehren.

Wenn diese Gewebsschizonten platzen, werden sog. Merozoiten freigesetzt, die nun wiederum in das Blutsystem zurückkehren und die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) befallen. In den Erythrozyten entstehen dann sog. Blutschizonten, die die Erythrozyten zum Platzen bringen. Dadurch kommt es zu einer erneuten Freisetzung der Merozoiten. Diese dringen wieder in die Erythrozyten ein und der Zyklus beginnt von vorn. Da die Vermehrung synchron verläuft, platzen die Erythrozyten zur gleichen Zeit. Dies führt zu den typischen Fieberschüben der Malaria tertiana (alle 48 Stunden) und Malaria quartana (alle 72 Stunden).

Unregelmäßige Intervalle kennzeichnen dagegen die Malaria tropica. Die Fieberanfälle können hier 20 bis 36 Stunden andauern; die körperliche Erschöpfung ist viel stärker. Die Fieberschübe können unbehandelt Monate und sogar Jahre andauern. Allerdings führt insbesondere die Malaria tropica zu einem schnellen körperlichen Verfall und unbehandelt relativ häufig zum Tod.

Deshalb ist es wichtig, dass die Erkrankung möglichst schnell erkannt und eine entsprechende Therapie unverzüglich begonnen wird. Sieben Tage nach Einreise in ein Malariagebiet ist bei jedem auftretendem Fieber an Malaria zu denken. Auch nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet müssen Sie bei Fieber - auch wenn Sie bereits ein halbes Jahr oder länger wieder zurückgekehrt sind - an diese tückische Infektionskrankheit denken und den Arzt darauf hinweisen, damit Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen u. U. nicht falsch diagnostiziert und als grippaler Infekt behandelt werden.

Laut Weltgesundheitsorganisation werden die Malariagebiete je nach Resistenzsituation in die Zonen A, B und C eingeteilt. Innerhalb dieser Zonen kann das Malaria-Risiko selbst innerhalb eines Landes sehr unterschiedlich sein. Das ist für eine Impfberatung sehr wichtig. So muss man z. B. bei einer Thailandreise nicht unbedingt eine Malaria-Prophylaxe betreiben. Das ist ganz davon abhängig, in welchen Landstrichen man sich aufhalten möchte. Die Malariasituation ist einem ständigen Wandel unterworfen: So können Länder, bzw. Gebiete in diesen Ländern vor Jahren noch als A-Gebiet eingestuft gewesen sein und nun bereits aufgrund vorhandener Resistenzen B- oder sogar C- Gebiet sein. Verlassen Sie sich also niemals darauf, wenn Bekannte, die schon einmal in dem von Ihnen angestrebten Reiseziel gewesen sind, Ihnen sagen, dass Sie gar keine Prophylaxe durchführen sollen.

Die Malariaprophylaxe besteht aus zwei wichtigen Maßnahmen:
- Schutz vor Moskitostichen
- Einnahme von Malaria-Medikamenten.

Lassen Sie nach Einbruch der Dunkelheit möglichst wenige Hautpartien unbedeckt und reiben Sie diese mit Insektenschutzmitteln (sog. Repellentien) ein. Tragen Sie helle, leichte und bedeckende Kleidung. Hotelzimmer mit Klimaanlage und Fliegengitter vor den Fenstern sind gut. Auch die Türen sollten abgedichtet sein. Schlafen Sie unter intakten und dicht schließenden Moskitonetzen. Bedenken Sie, dass Malaria eine der von Insekten übertragenden Tropenkrankheiten ist, viele andere Insekten stechen tagsüber, so dass Sie auch am Tage an die oben beschriebenen Maßnahmen denken sollten.

Welche medikamentöse Malaria-Vorbeugung Sie für Ihr Urlaubsziel benötigen, können Sie auch bei uns erfahren. Je nachdem, ob es sich um ein A-, B- oder C- Gebiet handelt, gibt es unterschiedliche Prophylaxen:

Chloroquin (Resochin®) kann in Gebieten ohne Chloroquin-Resistenz eingesetzt werden. In Gebieten mit Chloroquin-Resistenzen kann zusätzlich zur Chloroquin-Prophylaxe Proguanil, auch in Kombination mit Atovaquon, eingenommen werden (Paludrine® bzw. Malarone®). In Gebieten mit hohem Malariarisiko und häufiger Chloroquinresitenz bietet eine Prophylaxe mit Mefloquin (Lariam®) derzeit den besten Schutz.

Eine Malaria-Prophylaxe wird eine Woche vor Reisebeginn begonnen und noch weitere vier Wochen nach Rückkehr aus dem Malariagebiet fortgeführt. Dieses wird leider noch zu oft vergessen! Manchmal reicht auch die Mitnahme eines so genannten "Stand-by"-Medikaments aus. Dann braucht man keine Prophylaxe zu betreiben, sondern hat für "alle Fälle" ein Notfall-Medikament zu einer ersten Eigentherapie im Reisegepäck, z. B. Mefloquin (Lariam®). Im Fieberfall und wenn kein Arzt erreichbar ist, sollte man dann dieses Medikament nach einem bestimmten Einnahmeschema zu sich nehmen.

Ein absolut sicherer Schutz ist weder durch die Medikamenteneinnahme noch durch einen konsequenten Insektenschutz erreichbar, aber er verringert die Chance einer Erkrankung um ein Vielfaches. Falls man trotz einer medikamentösen Prophylaxe erkrankt, ist das Krankheitsbild der Malaria meistens schwächer ausgeprägt und die Chancen, eine Malaria tropica lebend zu überstehen, sind gut.

Seit 1997 gibt es in Deutschland rezeptfrei für den Laien einen Malaria-Schnelltest. Dieser Test ist einfach durchzuführen, allerdings ist er nur für Plasmodium falciparum (Malaria tropica) spezifisch. Man kann damit also weder eine Malaria tertiana noch eine Malaria quartana diagnostizieren. Dieser Test bietet sich an bei Reisen oder beruflichen Aufenthalten in entlegenen Gebieten, in denen keine schnell erreichbare ärztliche Versorgung zur Verfügung steht.


Meningokokken-Meningitis

Man unterscheidet mehrere Typen der bakteriellen Gehirnhautentzündung. Die Krankheit vom Typ A und C kommt vorwiegend südlich der Sahara vor, aber auch in Südamerika (vor allem Brasilien) oder Asien gibt es immer wieder Epidemien. Gehäuftes Auftreten ist in den Winter- und Frühlingsmonaten zu verzeichnen. Das sind die kalten und trockenen Perioden im Jahr.

Die Übertragung dieser Hirnhautentzündung erfolgt durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Das Krankheitsbild äußert sich durch eine Infektion der oberen Luftwege, hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Durch Verbreitung der Erreger im Blutkreislauf können anschließend Lunge, Herz und die Großgelenke betroffen sein, vereinzelte Hautblutungen und eine Blutvergiftung auftreten. Therapiert wird mit Antibiotika.

Einreiseimpfvorschriften gibt es nur für Saudi-Arabien (Pilger nach Mekka). Aber Langzeitreisende, z. B. nach Indien, die zur Bevölkerung engen Kontakt haben, sollten auch an einen Impfschutz denken, der sehr gut verträglich ist. Zur Prophylaxe reicht eine einmalige Schutzimpfung.

In unseren Breiten kommen Meningokokken vom Typ B vor. Dagegen gibt es keinen Impfstoff.


Pest

Die Pest ist in historischer Sicht die bedeutendste bakterielle Infektionskrankheit, die die Menschheit je gekannt hat.

Sie betrifft vor allem wildlebende Tiere, insbesondere Nagetiere. Von diesen werden die Bakterien entweder durch direkten Kontakt oder häufiger durch Blut saugende Pestflöhe auf den Menschen übertragen. Die Erkrankung verursacht eine starke Schwellung der Lymphknoten, die sich nach ein paar Tagen bläulich verfärben (Beulenpest). Die Schwellungen können abheilen, nach außen aufbrechen oder zu einer Blutvergiftung führen. Hohes Fieber, Kopfschmerzen, Lichtscheu, Störungen im Zentralnervensystem und Kreislaufversagen sind begleitende Symptome. Gelangen die Bakterien in den Lungenblutkreislauf, so kann sich eine Lungenpest ausbilden, die unbehandelt fast immer zum Tode führt. Die Lungenpest wird auch durch Aushusten von Mensch zu Mensch übertragen.

Die Pest kommt heute vor allem in Südostasien und Südamerika vor. Auch auf Madagaskar ist sie nach wie vor verbreitet. Eine Infektionsgefahr besteht vor allem in abgelegenen Gebieten. Daher ist der durchschnittliche Tourist weniger gefährdet. Therapiert wird die Pest in erster Linie mit Antibiotika. Bis heute gibt es keine wirksamen Schutzimpfungen.


Tetanus

Jährlich sterben weltweit etwa 50.000 Menschen an Tetanus (Wundstarrkrampf). Die Erreger des Wundstarrkrampfes sind überall verbreitet. Sie halten sich vor allem im Boden und im Schmutz auf. Aufgrund mangelnder Schutzimpfungen kommen sie in den Tropen verstärkt vor.

Die Gefahr einer Tetanus-Infektion wird von vielen unterschätzt. Auch in unseren Breiten reichen kleinste Wunden aus, um die Krankheit zum Ausbruch zu bringen. Die Tetanus-Bazillen sondern ein Nervengift ab. Ungeschützt treten stärkste Muskelkrämpfe auf. Anfänglich ist die Kaumuskulatur betroffen, später kommt es zu schwersten Dauerkrämpfen der gesamten Körpermuskulatur, letztendlich sterben ca. 60% der an Tetanus erkrankten Personen an einer Atemlähmung.

Durch eine Schutzimpfung kann das Erkrankungsrisiko zu 100% ausgeschlossen werden. Nach einer vollständig erfolgten Grundimpfung wird der Schutz alle zehn Jahre aufgefrischt.


Tollwut

Abgesehen von einigen Inselstaaten und Australien kommt die Tollwut überall auf der Welt vor. Durch Biss oder direkten Schleimhautkontakt mit Speichel, Urin, Kot und Blut kann ein infiziertes Tier die Viren direkt auf den Menschen übertragen.

Man unterscheidet drei Krankheitsstadien. Erste Anzeichen sind Jucken, Brennen oder lokale Schmerzen an der Bissstelle. Die Wunde muss sorgfältig mit Seife, 70%igem Alkohol und jodhaltigen Verbindungen gereinigt werden. Zu Beginn leidet der Infizierte an unspezifischen Vorzeichen, wie Kopfschmerzen, Erbrechen, Fieber, Depressionen und Nervosität. Nach zwei bis vier Tagen steigt die Reizbarkeit und Empfindlichkeit gegen Luftzug und Geräusche. Es kommt zu Krämpfen der Muskulatur, vor allem der Atem- und Kehlkopfmuskulatur. Durch Schluckbeschwerden entwickelt man eine Abneigung gegen Wasser (Hydrophobie). Eine Atemlähmung führt letztendlich zum Tode bei vollem Bewusstsein.

Tollwut ist medikamentös nicht behandelbar. Eine zum Ausbruch gekommene Erkrankung verläuft immer tödlich.

Die meisten Tollwutfälle beim Menschen treten in Ländern mit hoher Durchseuchung auf. Vor allem in Indien sterben jährlich 40.000 bis 50.000 Menschen pro Jahr an dieser Infektion. Vor allem Waldtiere, Hunde, aber auch Katzen, sind die Überträger. Auch tollwütige Fledermäuse gibt es immer wieder. Nicht nur in deren Höhlen ist Vorsicht geboten, sondern es kommt auch immer wieder vor, dass diese sonst Insekten fressenden Tiere, wenn sie tollwütig sind, am hellen Tage Menschen angreifen.

In Thailand sind 4 bis 8% der Hunde in den Städten infektiös. Auch in Deutschland besteht die Gefahr, von einem tollwütigen Tier infiziert zu werden. Allein ein Drittel der gemeldeten Fälle tollwütiger Tiere in der Bundesrepublik befinden sich im Regierungsbezirk Köln.

Gegen Tollwut kann man sich impfen lassen, vorbeugend vor einer Reise oder wenn man zum gefährdeten Personenkreis gehört, wie z. B. Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger und Tierärzte.

Wird man als Ungeimpfter von einem tollwütigen oder Tollwut verdächtigen Tier gebissen, so verhindert allein eine sofortige Impfung den Ausbruch der Erkrankung. Wenn das Virus erst einmal das Gehirn erreicht hat, ist jede Hilfe zu spät. Die Impfstoffe in Deutschland bieten einen 100%igen Schutz. Dies gilt nicht für Impfstoffe in Ländern der Dritten Welt, wie z. B. in Indien. Dort kommen noch veraltete, nicht zuverlässige und schlecht verträgliche Impfstoffe zum Einsatz. Vorbeugend besteht die Impfung aus vier einzelnen Impfungen. Bei Verdacht auf eine Tollwutinfektion ist das Impfschema unterschiedlich, besteht aber immer aus mehreren Impfungen.


Typhus

Typhus wird durch Salmonellen verursacht und ist eine der am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten der Erde. In Deutschland werden pro Jahr etwa 250 Neuerkrankungen gemeldet, sicherlich ist die tatsächliche Zahl der Erkrankten wesentlich höher.

Die Mehrzahl der Erkrankungen wird von Reisenden mitgebracht. Die Infektion erfolgt durch verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser. Die ersten Krankheitszeichen sind uncharakteristisch. Die Temperatur steigt allmählich bis auf ca. 40°C an und es kommt zu einem schweren Krankheitsgefühl. Milz und Leber schwellen an und der Herzschlag verlangsamt sich. Ab der dritten Woche treten breiige Stühle auf. Zu den Komplikationen gehören u. a. Kreislaufversagen, Darmblutungen und -durchbrüche, Lungenentzündung, Thrombosen und Herzmuskelentzündung. Da die Diagnose oft zu spät gestellt wird, liegt die Sterblichkeit trotz Behandlung mit Antibiotika bei 2%.

Besonders gefährdet sind Reisende in tropische und subtropische Länder, da dort oft noch schlechte hygienische Verhältnisse herrschen und die Abwasserentsorgung unzureichend ist. Aber auch schon in Südeuropa, vor allem in ländlichen Gebieten, ist die Gefahr der Ansteckung groß. Besonders gefährdet sind Rucksack- und Abenteuerreisende.

Für eine Impfung stehen sowohl eine dreiteilige Schluckimpfung als auch ein Impfstoff, der gespritzt wird, zur Verfügung.


Wurmerkrankungen

In vielen Ländern, insbesondere in tropischen Ländern, sind Wurmerkrankungen relativ häufig. Für fast alle Wurmerkrankungen gilt, dass es an der Bisswunde zu Juckreiz und gegebenenfalls zu Schwellungen kommt.

Wurmerkrankungen lösen oft unterschiedliche Organbeschwerden aus, je nachdem in welchen Organen sich die einzelnen Entwicklungsstadien der Würmer abspielen. Die Symptomatik kann je nach Schweregrad des Organbefalls unterschiedlich stark ausfallen.

Vermeiden Sie, in warmen feuchten Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen, nur schwach gebratene oder ungekochte Lebensmittel zu sich zu nehmen. So werden z. B. Bandwürmer durch den Verzehr von rohem oder halbgegartem Fleisch, seltener auch Fisch, übertragen. Gehen Sie bitte niemals in stehenden Gewässern schwimmen. Auch sollten Sie nie durch stehende Gewässer barfuss waten. Besonders hier lauert Gefahr, sich eine Wurmerkrankung zuzuziehen. Auch Flussmündungen sind oft wurmverseucht. Ein besonders gutes Beispiel hierfür ist die Bilharziose. Sie kommt in vielen Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens vor. Wenige Minuten reichen aus, um die Zerkarien (eine Entwicklungsstufe der Bilharziose übertragenden Schistosomen) in die unverletzte Haut eindringen zu lassen. Über die Blutbahn erreichen sie die Leber, wo sie zu ausgewachsenen Würmern heranreifen. Von dort wandern sie in die Venen der Blase oder des Darms. Fieber, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch, Schwellungen von Leber und Milz, Beschwerden in der Harnröhre, Nierenkoliken, Gewichtsverlust oder schleimige und blutige Stühle können die Folge sein.

Barfuss sollte man in den Tropen und Subtropen generell nicht gehen. So leben die Larven der Hakenwürmer im Sand oder im Boden, der mit Stuhl verunreinigt war, und bohren sich durch die intakte Fußhaut in den menschlichen Organismus. Über die Blut- und Lymphgefäße gelangen die Larven in die Lunge. Dort steigen sie in die Atemwege hinauf und werden geschluckt. So erreichen sie den Magen-Darm-Trakt. Im Dünndarm saugen sich die Larven an der Wand fest und reifen zu Würmern heran. Als Nahrung dient das Blut aus der Darmwand. Der ausgewachsene Wurm verursacht Schmerzen im Unterbauch und kann einen Eisenmangel und auch blutige Durchfälle hervorrufen.